Warnsignale

Finger weg: So erkennst du schlechtes Kreatin

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Lass die Finger von Kreatin mit Zusätzen in der neutralen Variante, von teuren Sonderformen ohne belegten Vorteil und von Produkten ohne nachvollziehbare Herkunft. Von 42 Produkten, die wir geprüft haben, sind 8 aus diesen Gründen rausgeflogen. Namen nennen wir nicht, die Muster schon.

Was bei unserer Prüfung auffiel

AusschlussgrundProdukte
Vitamin oder Vitaminsalz4
Trennmittel in Kapseln2
Füllstoff (z. B. Inulin)2

Stand der Prüfung: 23.09.2026. Mehrfachnennung möglich, wenn ein Produkt mehrere Zusätze enthält.

1. Zusätze in „neutralen“ Produkten

Gutes Kreatin-Pulver besteht aus genau einer Zutat: Kreatin-Monohydrat. Trotzdem stehen auf manchen Dosen, die mit „100 % rein“ werben, Inulin, Vitamine oder Säuerungsmittel. Das kostet dich Kreatin pro Gramm und bringt keinen belegten Vorteil. So erkennst du es: Lies die Zutatenliste, nicht den Titel. Auf Amazon steht sie unter „Wichtige Informationen“ oder „Bestandteile“.

2. Sonderformen mit Aufpreis

Kre-Alkalyn („gepuffertes Kreatin“), Kreatin-HCl, Ethylester, Citrat, Malat: Für keine dieser Formen ist ein Vorteil gegenüber Monohydrat belegt. Eine kontrollierte Studie fand bei Kre-Alkalyn weder mehr Kreatin im Muskel noch weniger Nebenwirkungen. Die beworbene bessere Aufnahme von Kreatin-HCl stammt aus Löslichkeitsmessungen, nicht aus Daten am Menschen. Ethylester zerfällt im Magen weitgehend zu Kreatinin. Kreatinmalat und Kreatin-Alpha-Ketoglutarat gelten laut Verbraucherzentrale als neuartige Lebensmittel ohne EU-Zulassung.

3. Keine nachvollziehbare Herkunft

Wer das Produkt verantwortet und woher der Rohstoff kommt, muss sich herausfinden lassen. Bei unbekannten Anbietern aus dem Ausland warnt die Verbraucherzentrale vor Schwermetallen, Streckmitteln und deutlich weniger Kreatin als angegeben. So erkennst du es: Fehlt eine Anschrift des Herstellers oder Inverkehrbringers, lass es liegen.

4. Zu kleine Portionen

„3 g Kreatin-Monohydrat täglich“ klingt richtig, sind aber nur 2,64 g Kreatin und damit weniger als die 3 g, die die zugelassenen EU-Angaben voraussetzen. Richtig sind 3,41 g Monohydrat. Mehr unter Dosierung.

5. Siegel-Tricks

6. Trennmittel in Kapseln

Magnesiumsalze der Speisefettsäuren (Magnesiumstearat) helfen der Maschine beim Abfüllen, dir nicht. Es gibt genügend Kapseln, die ohne auskommen (siehe Kapseln & Sticks).

7. Versprechen über die zwei zugelassenen Angaben hinaus

Für Kreatin sind in der EU genau zwei Wirkungen zugelassen (siehe Fakten). Versprechen zu Ausdauer, geistiger Leistungsfähigkeit, Hormonen, Gewicht oder Krankheiten hat die EU abgelehnt oder nie zugelassen. Wer so wirbt, nimmt es auch mit anderen Angaben nicht genau.

8. Zielgruppen-Aufschläge und Druck

„Kreatin für Frauen“, „für Senioren“, „vegan“ als Besonderheit: derselbe Wirkstoff zum höheren Preis. Kreatin-Monohydrat ist ohnehin praktisch immer vegan. Und wenn ein Shop mit Countdown, „nur noch 3 verfügbar“ oder Dauer-Rabatten drängelt, nimm dir Zeit und vergleich den Preis pro Tagesdosis.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: „Kreatin: Wirkung, Risiken und was beim Kauf wichtig ist“ (öffnet in neuem Tab)
  2. Jagim A. R. et al. (2012): A buffered form of creatine does not promote greater changes in muscle creatine content, JISSN 9:43 (öffnet in neuem Tab)
  3. Kreider R. B., Jäger R., Purpura M. (2022): Bioavailability, efficacy, safety, and regulatory status of creatine, Nutrients 14:1035 (öffnet in neuem Tab)
  4. AESAN (2024): Report on food supplements containing creatine (öffnet in neuem Tab)
  5. Andres S. et al. (2017): Creatine and creatine forms intended for sports nutrition, Mol Nutr Food Res 61 (öffnet in neuem Tab)
  6. Kölner Liste: Creapure (Rohstoffeintrag) (öffnet in neuem Tab)