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Kreatin und die Nieren
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Bei gesunden Erwachsenen haben Studien in üblichen Mengen keine Nierenschäden gefunden. Wenn du eine Nierenerkrankung hast oder hattest, nimm Kreatin nur nach ärztlicher Rücksprache und sag bei jeder Blutuntersuchung, dass du es nimmst.
Produkte mit unabhängiger PrüfungWas Studien bei Gesunden zeigen
Mehrere Untersuchungen haben die Nierenfunktion bei gesunden Menschen verfolgt, die Kreatin über Monate oder Jahre genommen haben. Eine Studie von 1999 verglich Sportler, die zwischen zehn Monaten und fünf Jahren Kreatin nahmen, mit einer Kontrollgruppe: Die Nieren filterten gleich gut. Auch Übersichtsarbeiten kommen zu dem Ergebnis, dass in den untersuchten Mengen und Zeiträumen keine Nierenschäden auftraten.
Die Grenzen: Die Studien sind meist klein, und die Teilnehmer waren jung und gesund. Für Menschen mit Vorerkrankungen sagen sie wenig.
Warum der Kreatininwert steigen kann
Kreatin wird im Körper zu Kreatinin abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Wer Kreatin nimmt oder viel Fleisch isst, hat deshalb oft einen etwas höheren Kreatininwert im Blut. In einer Studie von 2012 stieg er in allen Gruppen leicht an und blieb im Normalbereich.
Das ist wichtig, weil Ärztinnen und Ärzte den Kreatininwert nutzen, um die Nierenfunktion einzuschätzen. Ein erhöhter Wert kann dann eine Nierenschwäche vortäuschen, die gar nicht da ist; die spanische Lebensmittelbehörde weist auf solche Fehldiagnosen hin. Ein Fallbericht beschreibt genau das bei einer Sonderform, dem Kreatin-Ethylester: Nach dem Absetzen normalisierte sich der Wert.
Deshalb: Sag bei jeder Blutuntersuchung, dass du Kreatin nimmst.
Wann du Kreatin nicht ohne ärztlichen Rat nehmen solltest
- bei einer bestehenden oder früheren Nierenerkrankung
- wenn du Medikamente nimmst, die die Nieren belasten können
- in Schwangerschaft und Stillzeit sowie unter 18 Jahren
Die spanische Lebensmittelbehörde AESAN rät Menschen mit Nierenerkrankung ausdrücklich von Kreatin ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt es bei Vorerkrankungen nur nach ärztlicher Empfehlung.
Was du selbst tun kannst
- Bleib bei 3 g Kreatin am Tag. Mehr brauchst du nicht (siehe Dosierung), und eine Ladephase mit 20 g am Tag ist unnötig.
- Nimm reines Kreatin-Monohydrat. Sonderformen wie der Ethylester sind schlechter untersucht.
- Achte auf geprüfte Qualität: Verunreinigungen sind bei Nahrungsergänzungsmitteln aus unklaren Quellen häufiger. Produkte mit unabhängiger Prüfung findest du unter Wettkampf.
Häufige Fragen
Warum ist mein Kreatininwert gestiegen?
Kreatin wird im Körper zu Kreatinin abgebaut. Wer Kreatin nimmt, hat deshalb oft einen etwas höheren Kreatininwert im Blut, ohne dass die Nieren schlechter arbeiten. Weil der Wert als Nierenmarker dient, solltest du deiner Ärztin oder deinem Arzt die Einnahme mitteilen.
Darf ich Kreatin mit einer Nierenerkrankung nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Die spanische Lebensmittelbehörde AESAN rät Menschen mit Nierenerkrankung von Kreatin ab, die Verbraucherzentrale empfiehlt es bei Vorerkrankungen nur auf ärztlichen Rat.
Quellen
- Verbraucherzentrale: „Kreatin: Wirkung, Risiken und was beim Kauf wichtig ist“ (öffnet in neuem Tab)
- AESAN (2024): Report on food supplements containing creatine (öffnet in neuem Tab)
- Poortmans J. R., Francaux M. (1999): Long-term oral creatine supplementation does not impair renal function in healthy athletes, Med Sci Sports Exerc 31:1108–1110 (öffnet in neuem Tab)
- Jagim A. R. et al. (2012): A buffered form of creatine does not promote greater changes in muscle creatine content, JISSN 9:43 (öffnet in neuem Tab)
- Antonio J. et al. (2021): Common questions and misconceptions about creatine supplementation, JISSN 18:13 (öffnet in neuem Tab)
- Scientific Committee on Food (2000): Opinion on safety aspects of creatine supplementation (PDF) (öffnet in neuem Tab)
- Williamson L., New D. (2014): How the use of creatine supplements can elevate serum creatinine, BMJ Case Reports (öffnet in neuem Tab)